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<title>Germanismus</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Germanismus</span></h1>
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<div class="float-right"></div>

<p>Ein <b>Germanismus</b> ist ein deutsches <a href="Wort" title="Wort">Wort</a>, das in einer anderen Sprache als <a href="Lehnwort" title="Lehnwort">Lehnwort</a> oder <a href="Fremdwort" title="Fremdwort">Fremdwort</a> integriert wurde. Der Plural von Germanismus heißt Germanismen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beispiele_in_verschiedenen_Sprachen">Beispiele in verschiedenen Sprachen</h2></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Liste_deutscher_W%C3%B6rter_in_anderen_Sprachen" title="Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen">Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Afrikaans">Afrikaans</h3></div>
<p>Einer Einsendung für <a href="Jutta_Limbach" title="Jutta Limbach">Jutta Limbachs</a> Sammlung von Germanismen <i>Ausgewanderte Wörter</i> zufolge steht <i>Aberjetze</i> in <a href="Afrikaans" title="Afrikaans">Afrikaans</a> für einen ungeduldigen Deutschen. In der Kolonialzeit hatten die Deutschen in <a href="S%C3%BCdwestafrika" title="Südwestafrika">Südwestafrika</a> oft <a href="Buren" title="Buren">Buren</a> in Dienst genommen. Wenn sie zu langsam arbeiteten, seien sie häufiger mit „Aber jetzt!“ angetrieben worden.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Albanisch">Albanisch</h3></div>
<p>Albanische Gastarbeiter im <a href="Kosovo" title="Kosovo">Kosovo</a> haben viele deutsche Wörter mit in ihre Heimat gebracht. Der <a href="Ma%C3%9Fkrug" title="Maßkrug">Bierkrug</a> heißt im Kosovo <i>krikëll</i>, da er sich vom ostösterreichischen „Krügerl“ herleitet. Das Lehnwort <i>shalter</i> im <a href="Albanische_Sprache" title="Albanische Sprache">Albanischen</a> hat die Doppelbedeutung von „Lichtschalter“ und „Postschalter“ beibehalten. Außerdem gibt es im Kosovo die Wörter <i>srafciger</i> („Schraubenzieher“), <i>speis</i> („Speisekammer“) und <i>virsle</i> („Würschtle“).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bassa">Bassa</h3></div>
<p>In <a href="Bassa_(Bantusprache)" title="Bassa (Bantusprache)">Bassa</a>, einer <a href="Bantusprachen" title="Bantusprachen">Bantusprache</a> in <a href="Kamerun" title="Kamerun">Kamerun</a>, ist das Wort für „Bahnhof“ <i>banop</i> und erinnert an die Deutschen, die in ihrer Kolonie die erste Eisenbahn bauten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Belarussisch">Belarussisch</h3></div>
<p>Handel und Verwaltung in <a href="Belarus" title="Belarus">Belarus</a> waren zur Blütezeit der <a href="Hanse" title="Hanse">Hanse</a> (14. Jahrhundert) stark von Deutschen beeinflusst. Darauf weisen Wörter wie ‚čynš‘ (чынш) für „Zins“, ‚handal‘ (гандаль) für „Handel“ und ‚štempel‘ (штэмпэль) für „Stempel“ hin. Hierher gehören auch ‚hiešeft‘ (гешэфт) „Geschäft“ und ‚falšavać‘ (фальшаваць) „fälschen“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bosnisch">Bosnisch</h3></div>
<p>Zahlreich sind die Germanismen in der bosnischen Sprache, was hauptsächlich auf die Eingliederung Bosniens in die <a href="%C3%96sterreich-Ungarn" title="Österreich-Ungarn">österreichisch-ungarische Monarchie</a> (1878–1918) zurückzuführen ist. Der Begriff <i>švabo</i> ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Deutschen. Er ist auf die vielen Schwaben zurückzuführen, die sich im Verlauf der <a href="Koalitionskriege" title="Koalitionskriege">napoleonischen Kriege</a> in Bosnien und seinen Nachbarländern niederließen. Ein kultureller und sprachlicher Austausch ist schon im 13. und 14. Jahrhundert belegt, etwa durch die deutschen Einwanderer, die in Bosnien als Leiter von Bergwerken Ansehen genossen, sogenannte <i>sasi</i> („Sachsen“), etwa in <a href="Srebrenica" title="Srebrenica">Srebrenica</a>, wo der Silberabbau florierte. Starke sprachliche Einflüsse hatte das Deutsche auf das Bosnische auch über die zahlreichen Flüchtlinge, die infolge des Bosnienkrieges (1992–1995) nach Deutschland gekommen sind.
</p><p>Bevor auf die einzelnen Begriffe eingegangen wird, noch einige (nicht abschließende) Hinweise zur Aussprache der bosnischen Wörter aus diesem Artikel:
</p><p>- „š“ wird wie das deutsche „sch“ ausgesprochen
</p><p>- „c“ wird wie das deutsche „z“ ausgesprochen
</p><p>- „v“ wird wie das deutsche „w“ ausgesprochen
</p><p>- „z“ wird wie das deutsche „s“ in „Pause“ ausgesprochen
</p><p>Das weltbekannte Automodell Käfer der Firma Volkswagen heißt auf Bosnisch <i>folcika</i> (sprich: „Vollzicka“), was eine lautmalerische Wiedergabe des Firmennamens von Volkswagen ist. Im Bosnischen bezeichnet <i>rikverc</i> den Rückwärtsgang eines Fahrzeugs, das am besten <i>rosfraj</i> („rostfrei“) zu sein hat. Das Wort <i>šina</i> bezeichnet jede Art von Schiene in der Technik. Das Wort <i>hoštapler</i> bezeichnet einen Betrüger („Hochstapler“). Der Begriff <i>ofinger</i> bedeutet „Kleiderbügel“ und geht wohl zurück auf das Nomen zum Verb „aufhängen“, also „Aufhänger“. Das bosnische Wort <i>auspuh</i> bedeutet „Auspuff“. Der Begriff <i>escajg</i> bedeutet „Besteck“ und stammt von dem Wort „Esszeug“ ab. <i>Cigla</i> bedeutet „Ziegel“. <i>Farba</i> heißt „Farbe“, <i>flaša</i> heißt „Flasche“. Der Begriff <i>haustor</i> bezeichnet das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses oder eines Hochhauses. Das bosnische Verb <i>glancati</i> bedeutet „polieren“ und geht auf das deutsche Wort „Glanz“ zurück. Der Ausdruck <i>fajront</i> ist ein umgangssprachliches Wort, mit dem man in Bosnien sagt, dass eine Veranstaltung zu Ende ist, und stammt offensichtlich vom deutschen Wort „Feierabend“ ab. Mit dem Verb <i>izluftirati</i> bezeichnet man in Bosnien das Lüften einer Wohnung. Grundstücke werden in Bosnien im <i>grunt</i> vermerkt, was auf die deutsche Bezeichnung für das „Grundbuch“ zurückgeht. <i>Rošle</i> bedeutet auf Bosnisch „Rollschuhe“. <i>Šalter</i> heißt „Schalter“. Das Wort <i>šarafciger</i> bedeutet „Schraubenzieher“. Eine <i>mašina za veš</i> („Waschmaschine“) steht in jedem bosnischen Haushalt. Das Wort <i>veš</i> wird auch außerhalb dieses feststehenden Begriffs zur Bezeichnung von „Wäsche“ verwendet. Ihre Haare trocknen auch die Bosnier mit einem <i>fen</i> („Fön“). Auch in Bosnien werden gern <i>šnicla</i> („Schnitzel“) und <i>viršla</i> (vom schwäbischen „Würschtle“, hochdeutsch „Würstchen“) gegessen, zu denen man auch ein <i>frtalj</i> („Viertel“) Brot essen kann. Alles zusammen bezahlt man dann – zumindest im Jargon der Hauptstadt Sarajevo – mit einem <i>cener</i> („Zehner“) oder <i>cvanciger</i> („Zwanziger“). Der Begriff <i>špaiz</i> bedeutet „Speisekammer“. Schmuggeln heißt auf Bosnisch <i>švercovati</i>, was auf eine Verbindung mit dem Wort „schwarz“ bzw. „Schwarzhandel“ hinweist. Wer dabei der bosnischen Justiz in die Hände gelangt, muss auch in Bosnien die „Zeche“ dafür zahlen (auf Bosnisch: <i>ceh</i>), wobei bemerkenswert ist, dass das bosnische Wort <i>ceh</i> ebenso wie die deutsche „Zeche“ ausschließlich verwendet wird, um auszudrücken, dass jemand für einen Fehler wird einstehen müssen. Und wenn ein bosnischer Fußballspieler eine sichere Chance vergibt, dann sagt man umgangssprachlich, er hätte einen <i>zicer</i> (vom deutschen „sicher“) vergeben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bulgarisch">Bulgarisch</h3></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Liste_deutscher_W%C3%B6rter_in_anderen_Sprachen#Bulgarisch" title="Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen">Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen#Bulgarisch</a></div>
<p>Deutsche Wörter, die fast unverändert in die bulgarische Sprache übernommen wurden, sind zum Beispiel „Bohrmaschine“ (бормашина,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>bormaschina</i>), „Auspuff“ (ауспух,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>auspuch</i>) und „Schiebedach“ (шибидах,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>schibidach</i>). Auch das deutsche Wort „Anzug“ (анцуг<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) wird im Bulgarischen verwendet. Allerdings bedeutet es dann „Trainingsanzug“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Chinesisch">Chinesisch</h3></div>
<p>Eines der ganz wenigen deutschen Lehnwörter im Chinesischen ist das Wort für „<a href="Stra%C3%9Fenablauf" title="Straßenablauf">Gullydeckel</a>“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">雨水口</span> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261937631">
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</style><span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">yushuikou</span> „Regenwasserloch“), das in <a href="Qingdao" title="Qingdao">Qingdao</a> – abweichend vom Sprachgebrauch im übrigen China – <i>guli</i> (骨沥) heißt. Die Chinesen lernten Gullys mit der Kanalisation im deutschen Pachtgebiet <a href="Kiautschou" title="Kiautschou">Jiaozhou</a> kennen. Zu den etwa 40 deutschen Lehnwörtern, die in Qingdao heute noch gebraucht werden, gehört auch das Wort <span lang="ja-Jpan" class="Jpan">大嫚</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">daman</span> für „Damen“ (胶州大嫚 Jiaozhou-Damen). Außerdem ist das <a href="Aspirin_(Marke)" title="Aspirin (Marke)">Aspirin</a> unter dem Namen 阿司匹林 (āsīpǐlín) bekannt.
</p><p>Firmennamen müssen meist übersetzt werden, wobei eine gute Übersetzung für den Geschäftserfolg sehr wichtig ist. So heißt <a href="Opel" title="Opel">Opel</a> in China <span lang="ja-Jpan" class="Jpan">欧宝</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">Oubao</span> („europäischer Schatz“), <a href="Adidas" title="Adidas">Adidas</a> 愛迪達 <i>Aidida,</i> <a href="Puma_AG" class="mw-redirect" title="Puma AG">Puma AG</a> 彪馬, die <a href="Metro_AG" title="Metro AG">Metro AG</a> 麦德龙 <i>Maidelong</i> und die <a href="Commerzbank" title="Commerzbank">Commerzbank</a> 商业银行 <i>Shangye Yinhang</i> („Handels-Bank“). Die <a href="Koenig_%26_Bauer_AG" class="mw-redirect" title="Koenig &amp; Bauer AG">Koenig &amp; Bauer AG</a> hat ihren Namen nach den Anfangssilben mit <span lang="ja-Jpan" class="Jpan">高宝</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">Gaobao</span> („hoch“ und „Schatz“) übersetzen lassen. Die <a href="Bayer_AG" title="Bayer AG">Bayer AG</a> heißt auf Chinesisch 拜耳 <i>Bai’er</i> („besuchen, begrüßen“ und „Ohr“). Bei <a href="Volkswagen" title="Volkswagen">Volkswagen</a>, 大众汽车 <i>Dazhong qiche</i> („Auto der großen Masse“), handelt es sich hingegen nicht um eine lautgemäße, sondern rein sinngemäße Übersetzung, bei der man sich aber die Ähnlichkeit des chinesischen Zeichens für Menschenmasse 众 <i>zhong</i> mit dem VW-Logo zunutze gemacht hat.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dänisch"><span id="D.C3.A4nisch"></span>Dänisch</h3></div>
<p>Im Dänischen wird der deutsche Begriff „<a href="Hab_und_Gut" class="mw-redirect" title="Hab und Gut">Hab und Gut</a>“ in der Form <i>habengut</i> für den eigenen Besitz verwendet.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Bundesligahår</i> („Bundesliga-Haar“) ist das dänische Wort für eine <a href="Vokuhila" title="Vokuhila">Vokuhila</a>-Frisur, da diese Art Frisur als charakteristisch für die <a href="Fu%C3%9Fball-Bundesliga" title="Fußball-Bundesliga">Fußball-Bundesliga</a> gesehen wurde.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Englisch">Englisch</h3></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Liste_deutscher_W%C3%B6rter_im_Englischen" title="Liste deutscher Wörter im Englischen">Liste deutscher Wörter im Englischen</a></div>
<p>Das wohl bekannteste deutsche Wort im <a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">Englischen</a> ist das Wort „<a href="Kindergarten" title="Kindergarten">Kindergarten</a>“. Der erste Kindergarten außerhalb des deutschsprachigen Raumes wurde 1851 in London gegründet. Fünf Jahre später führte Margarethe Schurz den ersten Kindergarten in den USA in <a href="Watertown_(Wisconsin)" title="Watertown (Wisconsin)">Watertown</a> ein. Die Sprache in den ersten Kindergärten war Deutsch, da diese für die Kinder deutscher Einwanderer gedacht waren. 1882 betrug die Zahl der Kindergärten in den USA bereits 348. Inzwischen sind sich die meisten US-Amerikaner der deutschen Herkunft des Wortes nicht mehr bewusst. Die Kindergärtnerin hieß zunächst <i>kindergartner</i>, später <i>kindergarten teacher</i>. <i>Kindergartner</i> ist heute das Kind, das den Kindergarten besucht.
</p><p>Im Englischen wird das deutsche <i>über-</i> auch zuweilen (oft als <i>uber</i>) in Zusammensetzungen verwendet, wie in <i>ubergeek</i>, um extreme Steigerung auszudrücken.
</p><p>US-amerikanische Studenten verwenden für das Tischfußballspiel, das im Deutschen den englischen Namen <i><a href="Tischfu%C3%9Fball" title="Tischfußball">Kicker</a></i> hat, neben der Bezeichnung <i>table football</i> gelegentlich auch das Wort <i>foosball</i>. Im sportlichen Bereich werden meist die Begriffe <i>foosball</i> und zunehmend <i>table soccer</i> verwendet, wobei letzteres der zunehmenden Internationalisierung der Tischfußball-Verbände geschuldet ist.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Englischen sagt man <i>bless you</i> („… segne dich“), wenn jemand geniest hat, wobei die Vollform <i>God bless you</i> („Gott segne dich“) lautet. Manchmal wird auch das deutsche Wort <i>gesundheit</i> verwendet.
</p><p>Im <i>Concise Oxford Dictionary</i> kommt das deutsche Wort „verboten“ vor, definiert als etwas, das durch eine Behörde untersagt ist (<i>forbidden by an authority</i>).
</p><p>Eine quantitative Untersuchung zur Entlehnung deutscher Wörter ins Englische vom Beginn des 16. Jahrhunderts an bis zu den 1990er Jahren enthält Best (2006); erfasst sind 4837 Wörter, verteilt auf 68 Themenbereiche.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Estnisch">Estnisch</h3></div>
<p>Zwischen dem <a href="Estnische_Sprache" title="Estnische Sprache">Estnischen</a> und dem Deutschen gab es lang anhaltende Kontakte. Estland wurde im 13. Jahrhundert von Rittern des <a href="Deutscher_Orden" title="Deutscher Orden">Deutschen Ordens</a> erobert und danach von Geistlichen, Kaufleuten und Handwerkern besiedelt. Dadurch hat das Estnische viele Lehnwörter aus dem Deutschen übernommen. Beispiele dafür sind <i>vein</i> („Wein“), <i>klaver</i> („Klavier“), „sink“ (Schinken) <i>reis</i> („Reise“) und <i>kunst</i> („Kunst“). Moderne Entlehnungen aus dem Deutschen sind <i>reisibüroo</i> („Reisebüro“) und <i>kleit</i> („Kleid“). Aufschriften wie <i>Politsei</i> auf Streifenwagen, <i>Infopunkt</i> und <i>Kaminameister</i> stellen deutschsprachige Touristen vor geringe Herausforderungen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Finnisch">Finnisch</h3></div>
<p>Zu den aus dem Deutschen entlehnten Wörtern im Finnischen gehören <i><a href="Bratwurst" title="Bratwurst">braatvursti</a></i><sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <i><a href="Besserwisser" title="Besserwisser">besserwisser</a>.</i><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Wort <i>kaffepaussi</i>, das 2006 vom <a href="Deutscher_Sprachrat" title="Deutscher Sprachrat">Deutschen Sprachrat</a> zum Gewinner der Ausschreibung „Wörterwanderung“ gekürt wurde, ist dagegen kein Germanismus, sondern stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem <a href="Schwedische_Sprache" title="Schwedische Sprache">Schwedischen</a>.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Französisch"><span id="Franz.C3.B6sisch"></span>Französisch</h3></div>
<p>Im <a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">Französischen</a> gibt es einige an die Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg anknüpfende Germanismen, etwa <i>witz</i> für einen schlechten, bedrohlichen Scherz oder <i>ersatz</i> für Ersatzkaffee bzw. heute umgangssprachlich als Bezeichnung für eine zweitklassige Nachahmung oder „Pfusch“.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Wort <i>lied</i> im Französischen bedeutet ein <a href="Kunstlied" title="Kunstlied">Kunstlied</a>, wie etwa auch <a href="Chanson" title="Chanson">Chanson</a> im Deutschen eine spezifische Bedeutung hat. Das Wort <i>trinquer</i> („anstoßen“) hat den deutschen Ursprung „trinken“.
</p><p>In französischen Wörterbüchern wird das Wort <i>vasistas</i> als „<a href="K%C3%A4mpferfenster" title="Kämpferfenster">Oberlicht</a>“ verzeichnet. Ursprünglich geht das Wort wohl auf die napoleonischen Kriege zurück, als französische Soldaten beim Anblick der in deutschen Häusern eingebauten Klappfenster auf Deutsch fragten „Was ist das?“. Diese Frage soll dann das französische Wort für diese Art von Fenstern geworden sein. <i>Schubladiser</i> („schubladisieren“) ist ein französischer Begriff dafür, wenn man etwas zu den Akten legen oder auf die lange Bank schieben will. Das Wort heißt als Nomen <i>schubladisation</i> („Schubladisierung“).
</p><p>Zahlreiche Wörter wurden aus dem Deutschen übernommen: <i>le schnaps, les neinsager, la Weltanschauung, le bloedmann, le heimweh, le fernweh</i> oder <i>le bunker</i> (auch als Spitzname für das <a href="Palais_des_Festivals_et_des_Congr%C3%A8s" title="Palais des Festivals et des Congrès">Filmfestivalgebäude von Cannes</a>).
</p><p>Eine Besonderheit aus dem technischen Kontext ist <i>le karcher</i> für einen Hochdruckreiniger des Herstellers <a href="K%C3%A4rcher_(Unternehmen)" title="Kärcher (Unternehmen)">Kärcher</a> (<a href="Gattungsname" title="Gattungsname">Gattungsname</a>). Auch als Verb verwendet der Franzose <i>karcher</i> oder <i>karcheriser</i> für Säubern bzw. Reinigen. Bekannt wurde es durch <a href="Nicolas_Sarkozy" title="Nicolas Sarkozy">Nicolas Sarkozy</a>. Im Juni 2005 löste Sarkozy in der französischen Öffentlichkeit eine lebhafte Debatte aus, als er bei zwei Besuchen der Pariser Vorstadt <a href="La_Courneuve" title="La Courneuve">La Courneuve</a> erklärte, angesichts der dortigen, hohen (Jugend-)Kriminalitätsrate dränge sich ihm die Formulierung „mit dem Hochdruckreiniger säubern“ auf („Le terme 'nettoyer au karcher' est le terme qui s'impose, parce qu'il faut nettoyer cela.“).<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im <a href="Schweizer_Franz%C3%B6sisch" title="Schweizer Französisch">Schweizer Französisch</a> gibt es einige vom (Schweizer-)Deutschen abgeleitete Begriffe wie <i>poutzer</i> statt <i>nettoyer</i> oder <i>speck</i> statt <i>lard</i>.
</p><p>In den deutsch-französischen Grenzgebieten haben naturgemäß viele Wörter die Sprachgrenze überschritten, so zum Beispiel in <a href="Lothringen" title="Lothringen">Lothringen</a>. Dort heißt zum Beispiel „das spritzt“ <i>ça spritz</i> (statt <i>ça éclabousse</i>). <i>Spritz</i> in der Bedeutung von „Spritzgebäck“ gibt es in ganz Frankreich.
</p><p>Darüber hinaus gibt es noch direkte Übernahmen von Wörtern wie <i>le waldsterben</i> oder <i>le schuss</i> (Schussfahrt beim Skifahren).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Griechisch">Griechisch</h3></div>
<p>Das (Neu-)Griechische hat vor allem durch <span lang="el-Grek" class="Grek">γκασταρμπάιτερ</span>‚ gastarbáiter‘ („Gastarbeiter“), die einen Teil ihres Lebens in Deutschland oder Österreich verbracht haben, Lehnwörter aus dem Deutschen übernommen. Dazu gehören Wörter wie <span lang="el-Grek" class="Grek">σνίτσελ</span> ‚snitsel‘ („Schnitzel“) oder <span lang="el-Grek" class="Grek">σναπς</span> ‚snaps‘ („Schnaps“). Außerdem gibt es Wörter, die nicht mit der Gastronomie zusammenhängen, etwa <span lang="el-Grek" class="Grek">παρλαπίπα</span> ‚parlapipa‘ („Paperlapapp“), eine unsinnige, dumme Bemerkung, oder <span lang="el-Grek" class="Grek">λούμπεν</span> ‚loumpen‘ („Lumpen“), jemand, der der Vorrechte seiner gesellschaftlichen Schicht beraubt wurde. Bei diesen Wörtern ist unklar, wie sie ins Griechische gekommen sind.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hebräisch"><span id="Hebr.C3.A4isch"></span>Hebräisch</h3></div>
<p>Das umgangssprachliche Hebräisch verfügt über etliche Germanismen, die über den Umweg des <a href="Jiddisch" title="Jiddisch">Jiddischen</a> Einzug gehalten haben. Im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie ‚stecker‘, ‚spachtel‘ und ‚Dübel‘, welcher allerdings – aufgrund des fehlenden Ü-Lautes – „diebel“ ausgesprochen wird. Ebenso wie im Griechischen ist auch im Hebräischen das Wort „Schnitzel“ als שניצל bekannt, das auf Speisekarten oftmals aus dem Hebräischen in die lateinische Schrift zurückübertragen wird, dann aber in der an das Englische angepassten Schreibweise ‚shnitzel‘. Das Gericht, sein Name und die anglisierte Schreibweise wurden dann wiederum aus Israel an Familien und Restaurants in jüdischen Wohngebieten außerhalb des Landes, etwa nach <a href="New_York_City" title="New York City">New York</a>, übertragen.
</p><p>Das deutsche Wort „<a href="Strudel_(Gericht)" title="Strudel (Gericht)">Strudel</a>“ (שטרודל) wird für das Zeichen <a href="%40" class="mw-redirect" title="@">@</a> (nach der Form des Gebäcks) bei der Angabe von <a href="E-Mail" title="E-Mail">E-Mail</a>-Adressen verwendet.
</p><p>Das hebräische Wort für <a href="Siesta" title="Siesta">Siesta</a>, die vor allem am Schabbat in vielen religiösen Familien nach dem Mittagessen eingelegt wird, ist ‚schlafstunde‘, wobei nicht klar ist, ob die <a href="Jecke" title="Jecke">Jeckes</a> diese Gewohnheit in Israel angenommen oder sie aus Deutschland mitgebracht haben. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der „Ogust“ ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung „au“ im Hebräischen ungewöhnlich und in der hebräischen Umschrift nicht darstellbar ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Italienisch">Italienisch</h3></div>
<p>Interessant ist, wenn Sprachgemeinschaften für den gleichen Begriff ein Wort aus der jeweils anderen Sprache nehmen. So ist das, was die Deutschen mit dem italienischen Wort <a href="Razzia" title="Razzia">Razzia</a> (ursprünglich <a href="Arabische_Sprache" title="Arabische Sprache">arabisch</a> <bdo dir="ltr"><bdi dir="rtl" lang="ar" class="arabic spanAr" style="unicode-bidi:isolate;font-size:120%;">غزوة</bdi></bdo>&nbsp;<i><span lang="ar-Latn" style="font-style:italic">ghazwa</span></i> ‚Raubzug‘) bezeichnen, in Italien <i>il blitz</i> (nach dem deutschen Wort „Blitz“, „Blitzkrieg“). ‚Un lager‘ ist im Italienischen – anders als im Englischen – kein Lagerbier, sondern die Verkürzung von „Konzentrationslager“. Deutsche Touristen haben durch ihre Nachfrage <i>il wurstel</i>, das Würstchen, nach Italien gebracht, das deutsche Wort <i>Sauerkraut</i> wurde abgewandelt übertragen als <i>i krauti.</i>
</p><p>Des Weiteren leitet sich das italienische Wort für Trinkspruch, <i>il <a href="Brindisi_(Trinkspruch)" title="Brindisi (Trinkspruch)">brindisi</a></i> vom deutschen <i>bring dir’s</i> ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Japanisch">Japanisch</h3></div>
<p>Im <a href="Japanische_Sprache" title="Japanische Sprache">Japanischen</a> gibt es einige Wörter, die aus dem Deutschen kommen, beispielsweise <a href="Lohnarbeit" title="Lohnarbeit">Arbeit</a> als ‚arubaito‘ アルバイト (in der Bedeutung „Nebenerwerb“, „Studentenjob“).
</p><p>Andere ins Japanische übertragene Wörter kommen aus dem Bereich des <a href="Alpinismus" class="mw-redirect" title="Alpinismus">Alpinismus</a> (‚hyutte‘ ヒュッテ für „Berghütte“, ‚gerende‘ ゲレンデ („Gelände“) für <a href="Wintersportgebiet" title="Wintersportgebiet">Skigebiet</a>, ‚aizen‘ アイゼン für „<a href="Steigeisen_(Schuh)" class="mw-redirect" title="Steigeisen (Schuh)">Steigeisen</a>“, ‚ēderuwaisu‘ エーデルワイス „<a href="Edelwei%C3%9F_(Gattung)" title="Edelweiß (Gattung)">Edelweiß</a>“, ‚ryukkusakku‘ リュックサック für „Rucksack“ und wohl auch ‚shurafu‘ シュラフ für „<a href="Schlafsack" title="Schlafsack">Schlafsack</a>)“.
</p><p>Da die medizinische Ausbildung anfänglich stark von deutschen Lehrkräften beeinflusst war, haben viele deutsche Begriffe aus der Medizin Eingang in die japanische Sprache gefunden. Dazu gehören ‚kuranke‘ クランケ als Bezeichnung für den Kranken, den Patienten, ‚karute‘ カルテ, Karte im Sinne von „Krankenkarte“ zur Aufzeichnung der Krankengeschichte, ‚gipusu‘ ギプス „<a href="Gipsverband" title="Gipsverband">Gipsverband</a>“, ‚arerugī‘ アレルギー für „Allergie“ und ‚noirōze‘ ノイローゼ für „Neurose“. Selbst das Wort ‚orugasumusu‘ オルガスムス „<a href="Orgasmus" title="Orgasmus">Orgasmus</a>“ wurde aus dem Deutschen übernommen.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Gairaigo" class="mw-redirect" title="Gairaigo">Gairaigo</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kirundi">Kirundi</h3></div>
<p>In <a href="Kirundi" title="Kirundi">Kirundi</a>, der Sprache des ostafrikanischen Landes <a href="Burundi" title="Burundi">Burundi</a>, ist die Bezeichnung für Deutsche, die ehemaligen Kolonialherren, ‚dagi‘. Dieses Wort leitet sich von dem Gruß „Guten Tag“ (verkürzt „Tag“) her.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Koreanisch">Koreanisch</h3></div>
<p>Um auch letzte Reste der japanischen Besatzungszeit zu tilgen, werden in <a href="S%C3%BCdkorea" title="Südkorea">Südkorea</a> auch japanische Lehnwörter aus dem Wortschatz entfernt. Davon unberührt bleibt das Wort 아르바이트 <i>areubaiteu,</i> das das Koreanische weiter mit der japanischen Sprache gemein hat. ‚Arubaito‘ アルバイト leitet sich nämlich von dem Wort „Arbeit“ her und bezeichnet den Ferienjob eines Studenten oder Schülers.
</p>
<ul><li>areubaiteu 아르바이트 (Arbeit im Sinne von Nebenbeschäftigung, Aushilfsarbeit)</li>
<li>allereugi 알레르기 (Allergie)</li>
<li>noiroje 노이로제 (Neurose)</li>
<li>gaje 가제 (Gaze, Wundverband)</li>
<li>gipseu 깁스 (Gips)</li>
<li>aijen 아이젠 (Steigeisen)</li>
<li>jail 자일 (Seil)</li>
<li>bibak 비박 (Biwak)</li>
<li>kopel 코펠 (Kocher für Freizeit, Bergsteigen)</li>
<li>hopeu 호프 (Bierhalle, Bierkneipe; von Hof oder Bierhof? Oder eng. hop? (Hopfen))</li>
<li>shutollen 슈톨렌 (Stollen)</li>
<li>geullokensyupil 글로켄슈필 (Glockenspiel)</li>
<li>raiteumotibeu 라이트모티브 (Leitmotiv)</li>
<li>rumpen 룸펜 [Obdachloser] (Lumpen)</li>
<li>peurolletaria 프롤레타리아 (Proletarier)</li>
<li>peurolletariateu 프롤레타리아트 (Proletariat)</li>
<li>ideollogi 이데올로기 (Ideologie)</li>
<li>shale, shaale 샬레, 샤알레 (Petrischale)</li>
<li>peureparateu 프레파라트 (Präparat für Mikroskop)</li>
<li>meseushillindeo 메스실린더 (Messzylinder)</li>
<li>hallogen 할로겐 (Halogen)</li>
<li>geullikogen 글리코겐 (Glykogen)</li>
<li>ripaje, ripaaje 리파제, 리파아제 (Lipase)</li>
<li>amillaje, amillaaje 아밀라제, 아밀라아제 (Amylase)</li>
<li>metan 메탄 (Methan)</li>
<li>putan 부탄 (Butan)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kroatisch">Kroatisch</h3></div>

<p>Durch die österreichisch-ungarische Monarchie wurden oft spezifisch österreichische Wörter übernommen: <i>paradajz</i> („<a href="Paradeiser" class="mw-redirect" title="Paradeiser">Paradeiser</a>“, die wortwörtliche Übersetzung <i>rajčica</i> wird immer häufiger gebraucht), <i>špajza</i> („Speis“, Speisekammer), <i>knedli</i> („Knödel“), <i>putar</i> („Butter“, eigentlich <i>maslac</i>), <i>ribizli</i> („Ribisel“, Johannisbeeren), <i>šnicla</i> („Schnitzel“, eigentlich <i>odrezak</i>), <i>fijaker</i> („<a href="Fiaker" title="Fiaker">Fiaker</a>“), <i>foranga</i> („Vorhänge“), <i>herceg</i> („Herzog“), <i>majstor</i> („Meister“) oder <i>tišljar</i> („Tischler“, eigentlich <i>stolar</i>).<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ebenso sind Bezeichnungen wie <i>pleh</i> („Blech“), <i>cajger</i> („Zeiger“), <i>žaga</i> („Säge“), <i>šalter</i>‚ („Schalter“), <i>šrafciger</i> (ugs. „Schraubenzieher“, eigentlich <i>odvijač</i>) oder <i>curik</i> und <i>rikverc</i> („zurück“ und „rückwärts“, für den Rückwärtsgang beim Auto) in Kroatien allgemein geläufig. Insbesondere im technischen Bereich herrschen nahezu keine phonetischen Unterschiede zum Deutschen; den meisten <a href="Kroaten" title="Kroaten">Kroaten</a> sind diese deutschen Fachbezeichnungen auch ohne gute Sprachkenntnisse bekannt. Sehr selten werden die Ausdrücke <i>špajscimer</i> („Speisezimmer“), <i>badecimer</i> („Badezimmer“), <i>forcimer</i> („Vorzimmer“), <i>šlafcimer</i> („Schlafzimmer“) und <i>cimer fraj</i> („Zimmer frei“) in der Umgangssprache gebraucht (neuere Entlehnungen zur touristischen Verständigung mit Deutschsprachigen). Die Waschmaschine wird umgangssprachlich oft auch <i>vešmašina</i> genannt (eigentlich <i>perilica za rublje</i>). Interessant ist etwa auch der Begriff <i>cušpajz</i> („Zuspeise“), der für eine Art Gemüseeintopf verwendet wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kurdisch">Kurdisch</h3></div>
<p>Durch das Türkische sind einige deutsche Wanderwörter in die <a href="Kurdische_Sprachen" title="Kurdische Sprachen">kurdische</a> Sprache gelangt. Das Bekannteste ist <i>sobe</i> („<a href="Ofen" title="Ofen">Ofen</a>“), welches auf das ahd. „stuba“ (nhd. „<a href="Stube" title="Stube">Stube</a>“) zurückgeht. Ebenfalls gebräuchlich ist – wie im <a href="Persische_Sprache" title="Persische Sprache">Persischen</a> – <i>pûmpe</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lettisch">Lettisch</h3></div>
<p>Wie auch im Estnischen gibt es in Lettland besonders durch die große Rolle des <a href="Deutscher_Orden" title="Deutscher Orden">Deutschen Ordens</a> in der lettischen Geschichte einige Germanismen, so zum Beispiel <i>poltergeists</i> oder <i>vunderkinds</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Litauisch">Litauisch</h3></div>
<p>Gleiches gilt für das <a href="Litauische_Sprache" title="Litauische Sprache">Litauische</a>, welches mehr als 3000 Germanismen enthält, wobei die meisten davon im modernen Litauisch allerdings nicht mehr verwendet werden.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Deutsche Begriffe haben vor allem aufgrund der Verbindung zu <a href="Preu%C3%9Fen" title="Preußen">Preußen</a> und später dem <a href="Deutsches_Reich" title="Deutsches Reich">Deutschen Reich</a> durch <a href="Preu%C3%9Fisch_Litauen" title="Preußisch Litauen">Preußisch Litauen</a> und das <a href="Memelland" title="Memelland">Memelland</a> Einzug in den litauischen Sprachschatz erhalten. Häufig betreffen sie Gegenstände der Alltagskultur, etwa <i>liktìs</i> (Licht, Kerze), <i>krūzas</i> (Krug, Becher) oder <i>trepai</i> (Treppe). Die größte Gruppe bilden Personenbezeichnungen, z.&nbsp;B. <i>šneideris</i> (Schneider), <i>gifreiteris</i> (Gefreiter) oder <i>burgelis</i> (Bürger). Aus der letztgenannten Gruppe sind einige Wörter auch heute noch in Gebrauch; ein typisches Beispiel ist der <i>buhalteris</i> (Buchhalter).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mazedonisch">Mazedonisch</h3></div>
<p>Im <a href="Mazedonische_Sprache" title="Mazedonische Sprache">Mazedonischen</a> ist die für das Wort Witz entsprechende Bedeutung ‚виц‘ wie auch im Französischen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Niederländisch"><span id="Niederl.C3.A4ndisch"></span>Niederländisch</h3></div>
<p>Das <a href="Niederl%C3%A4ndische_Sprache" title="Niederländische Sprache">Niederländische</a> hat einige Wörter aus dem Deutschen übernommen, etwa <i>überhaupt</i>,<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>sowieso</i><sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <i>Fingerspitzengefühl</i>.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese sind längst eingebürgert. Das Wort <i>unheimisch</i> (Zusammensetzung aus den deutschen Wörtern „unheimlich“ und „heimisch“) wird verwendet, wenn einem etwas nicht geheuer erscheint.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Aus dem Bereich des Sports wurden die Wörter „<a href="Schwalbe_(Fu%C3%9Fball)" title="Schwalbe (Fußball)">Schwalbe</a>“ (ein vorgetäuschtes <a href="Foul" title="Foul">Foul</a> beim Fußball),<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Alleingang“ (auch im übertragenen Sinne),<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Anschlusstreffer“<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und „Die Mannschaft“ (für die deutsche Fußballnationalmannschaft)<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> übernommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Norwegisch">Norwegisch</h3></div>
<p>Eine völlig andere Bedeutung haben die Wörter <i>vorspiel</i> – häufig verkürzt zu „vors“ – und <i>nachspiel</i>. Sie haben im Norwegischen keine sexuelle Konnotation, sondern stehen für den gemeinsamen Konsum von alkoholischen Getränken vor oder nach einem Discobesuch oder Kneipenabend. <i>Vors</i> entspricht also eher dem deutschen Begriff „Vorglühen“.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Persisch">Persisch</h3></div>
<p>Der Begriff <i>pompe benzin</i> wird im <a href="Persische_Sprache" title="Persische Sprache">Persischen</a> für „Tankstelle“ gebraucht. Technische Begriffe wie „Pumpe“ sind bei Ingenieuren bekannt. Der militärische Begriff <i>Abstrafung</i> wurde unter <a href="Reza_Schah_Pahlavi" title="Reza Schah Pahlavi">Reza Schah</a> eingeführt und steht noch in Wörterbüchern. In der Musik benutzt man das Wort <i>falsch</i> für eine falsche Note oder einen falschen Ton. <i>Mentsch</i> (<bdo dir="ltr"><bdi dir="rtl" lang="fa" class="arabic spanAr" style="unicode-bidi:isolate;font-size:120%;">منچ</bdi></bdo>) heißt das Spiel „Mensch ärgere Dich nicht“ auf Persisch. Dabei wurde nur das Wort „Mensch“, leicht abgeändert in <i>Mentsch</i>, übernommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Polnisch">Polnisch</h3></div>
<p>Die deutsche Sprache hat auch auf das <a href="Polnische_Sprache" title="Polnische Sprache">Polnische</a> eingewirkt, so gibt es:
</p>
<ul><li><i>kajuta</i> („<a href="Kaj%C3%BCte" title="Kajüte">Kajüte</a>“),</li>
<li><i>sztorm</i> („<a href="Sturm" title="Sturm">Sturm</a>“),</li>
<li><i>burmistrz</i> („<a href="B%C3%BCrgermeister" title="Bürgermeister">Bürgermeister</a>“),</li>
<li><i>Ratusz</i> („<a href="Rathaus" title="Rathaus">Rathaus</a>“),</li>
<li><i>szynka</i> („<a href="Schinken" title="Schinken">Schinken</a>“),</li>
<li><i>handel</i> („<a href="Handel" title="Handel">Handel</a>“),</li>
<li><i>szlafmyca</i> („<a href="Schlafm%C3%BCtze" class="mw-redirect" title="Schlafmütze">Schlafmütze</a>“, auch im übertragenen Sinn)</li>
<li><i>szlafrok</i> („Schlafanzug“ oder „Bademantel“).</li></ul>
<p>Im Handwerksbereich gibt es die Wörter:
</p>
<ul><li><i>waserwaga</i> („Wasserwaage“),</li>
<li><i>śruba</i> („Schraube“),</li>
<li><i>klajster</i> („Kleister“)</li>
<li><i>obcęgi</i> („Zange“),</li>
<li><i>baumarket</i> („Baumarkt“)</li></ul>
<p>Im Freizeitbereich gibt es:
</p>
<ul><li><i>fajerant</i> („Feierabend“),</li>
<li><i>bruderszaft</i> („Bruderschaft (trinken)“),</li>
<li><i>rausz</i> („Rausch“).</li></ul>
<p>Ein Wort mit frei übertragener Bedeutung ist <i>wihajster</i> für ein unbekanntes „Dingsbums“ (vom deutschen „Wie heißt er?“).
</p><p>Mit dem Einfluss des Deutschen auf den polnischen Wortschatz hat sich Stachowski (2016) befasst: „a very significant influence over Polish“.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Portugiesisch">Portugiesisch</h3></div>
<p>Das Portugiesische benutzt deutsche Wörter wie <i>diesel</i> und <i>kitsch</i>.
</p><p>Ins <a href="Brasilianisches_Portugiesisch" title="Brasilianisches Portugiesisch">brasilianische Portugiesisch</a> wurden durch die <a href="Deutschbrasilianer" title="Deutschbrasilianer">deutschen Einwanderer</a> einige deutsche Wörter eingebracht. So steht <i>blitz</i> für eine Verkehrskontrolle. Auch das <i>malzbier</i>, der <i>quark</i> und der <i>chopp</i> (abgeleitet von „Schoppen“, jedoch in der Bedeutung „Bier vom Fass“) sind bekannt. Außerdem wird in Brasilien der deutsche „Streuselkuchen“ zu einer <i>cuca</i>, der Brotaufstrich über <i>schmier</i> (im <a href="Riograndenser_Hunsr%C3%BCckisch" title="Riograndenser Hunsrückisch">Riograndenser Hunsrückisch</a>) zu <i>chimia</i>. In den Regionen der deutschen Einwanderer werden auch das <i>oktoberfest</i> und die <a href="Kirchweih#Deutschland" title="Kirchweih"><i>kerb</i></a> (Südwestdeutsch für „Kirchweihfest“) gefeiert. Die <i>chipa</i> kommt von der deutschen „Schippe“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rätoromanisch"><span id="R.C3.A4toromanisch"></span>Rätoromanisch</h3></div>
<p>Eine Sprache mit sehr hohem Anteil an Germanismen ist das <a href="B%C3%BCndnerromanisch" title="Bündnerromanisch">Rätoromanische</a>. Germanismen im Rätoromanischen entstanden durch den engen Sprachkontakt seit dem <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> und die <a href="Zweisprachigkeit" class="mw-redirect" title="Zweisprachigkeit">Zweisprachigkeit</a> der Rätoromanen. Die Germanismen im Rätoromanischen decken die ganze Bandbreite von stark abgewandelten, zum Teil nicht mehr als fremd empfundenen Lehnwörtern (Beispiel <i>Wald</i>) bis wenig abgewandelten Fremdwörtern (Beispiele <i>festnetz, kraftraum, gleiti</i>) ab.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das erste Beispiel des schon früh übernommenen deutschen Wortes „Wald“ zeigt den Reichtum der Anpassungsvarianten: <i>guaud</i> (<a href="Rumantsch_Grischun" title="Rumantsch Grischun">Rumantsch Grischun</a>), <i>uaul</i> (<a href="Sursilvan" class="mw-redirect" title="Sursilvan">Sursilvan</a>), <i>gòld</i> (<a href="Sutsilvan" class="mw-redirect" title="Sutsilvan">Sutsilvan</a>), <i>gôt</i> (Sursilvan) und <i>god</i> (<a href="Vallader" title="Vallader">Vallader</a> und <a href="Oberengadinische_Sprache" title="Oberengadinische Sprache">Putèr</a>). Das zweite Beispiel des sutsilvanischen <i>gleiti</i> für deutsch „bald“ steht für eine der zahlreichen Übernahmen, die nicht aus dem Hochdeutschen, sondern aus dem <a href="Schweizerdeutsch" title="Schweizerdeutsch">Schweizerdeutschen</a> erfolgen (Schweizerdeutsch <i>glëiti</i>, <i>glëitig</i> oder <i>glaitig</i> für hochdeutsch „schnell“, „bald“). Manche Germanismen stehen in ständiger Konkurrenz zu <a href="Synonymie" class="mw-redirect" title="Synonymie">Synonymen</a> der eigenen Sprache und stehen dem Phänomen des <a href="Code-Switching" title="Code-Switching">Code-Switching</a> nahe (Beispiel <i>ils martels</i> im Austausch mit <i>ils hammers</i>).<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rumänisch"><span id="Rum.C3.A4nisch"></span>Rumänisch</h3></div>
<p>Im Rumänischen sind die Bezeichnungen für Handwerksgegenstände wie <i>bormașină</i> (Bohrmaschine), <i>ștecher</i> (Stecker), <i>șurub</i> (Schraube) und <i>șurubelniță</i> (Schraubenzieher) angekommen.
Weiterhin gibt es <i>cartof</i> (Kartoffel), <i>bere</i> (Bier), <i>șnițel</i> (Schnitzel), <i>lebărvurșt</i> (Leberwurst), <i>crenwurst</i> (Wiener Würstchen), <i>cremșnit</i> (Cremeschnitte), <i>polițist</i> (Polizist),<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>șubler</i> (Schublehre), <i>șanț</i> (Schanze), <i>șmirghel</i> (Schmirgel), <i>maistru</i> (Handwerksmeister)<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Russisch">Russisch</h3></div>

<p>Mit der Rückkehr des Zaren <a href="Peter_I._(Russland)" class="mw-redirect" title="Peter I. (Russland)">Peter des Großen</a> aus Westeuropa im Jahr 1698 kamen die Lehnwörter nicht mehr aus dem Griechischen und dem Polnischen. Mit Peter wurden die polnischen Übernahmen abgelöst durch Wörter aus westeuropäischen Sprachen. Für die einschneidenden Reformen bei Militär und Verwaltung wurden Wirtschafts- und Verwaltungsfachleute aus Deutschland angeworben. 1716 verordnete er, dass Amtsschreiber Deutsch lernen sollten. „Man schicke nach Königsberg … einige 30 junge Beamten zwecks Erlernung der deutschen Sprache, damit sie geeigneter für das Kollegium werden.“ In einigen Handwerkszweigen überwog der Anteil der Deutschen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts arbeiteten in <a href="Sankt_Petersburg" title="Sankt Petersburg">Petersburg</a> 30 deutsche Uhrmacher gegenüber drei russischen.
</p><p>Das <a href="Russische_Sprache" title="Russische Sprache">Russische</a> hat zahlreiche Wörter aus dem Militärwesen übernommen, ‚schlagbaum‘ (шлагбаум) und ‚marschrute‘ (маршрут). Auch Ausdrücke wie ‚rjucksak‘ (рюкзак), ‚masschtab‘ (масштаб), ‚schtrafe‘ (штраф, im Sinne von „Geldstrafe“, „Bußgeld“), oder ‚ziferblat‘ (циферблат) gehören hierher.
</p><p><a href="Michail_Wassiljewitsch_Lomonossow" title="Michail Wassiljewitsch Lomonossow">Michail Wassiljewitsch Lomonossow</a>, der in <a href="Marburg" title="Marburg">Marburg</a> und <a href="Freiberg" title="Freiberg">Freiberg</a> gelernt und studiert hatte, gilt als Begründer der russischen Bergbauwissenschaft, Mineralogie und Geologie. In seinen Darstellungen über Bergbau und Metallurgie verwendet er deutsche Wörter, die Bezeichnungen für Metalle und Minerale Висмут ‚wismut‘, Вольфрам ‚wolfram‘, Гнейс ‚gneis‘, Кварц ‚kwarz‘, Поташ ‚potasch‘, Цинк ‚zink‘ und шпаты ‚schpaty‘, sowie den Grubenausdruck ‚schteiger‘ (Aufseher in der Grube, <a href="Steiger_(Bergbau)" title="Steiger (Bergbau)">Steiger</a>). Auch die Begriffe ‚geolog‘ (Geologe), ‚gletscher‘, ‚metallurgia‘, ‚nikel‘ (Nickel), ‚schichta‘ (Erzschicht und Schicht im Hochofen) und ‚schlif‘ (<a href="Schliff_(Schmuckstein)" title="Schliff (Schmuckstein)">Schliff</a>) fallen unter diese Kategorie.
</p><p>Auffällig sind die Begriffe aus dem Schach wie ‚<a href="Zugzwang" title="Zugzwang">Zugzwang</a>‘ (цугцванг), ‚<a href="Zeitnot" title="Zeitnot">Zeitnot</a>‘ (цейтнот), ‚<a href="Endspiel_(Schach)" title="Endspiel (Schach)">Endspiel</a>‘ (эндшпиль), ‚<a href="Mittelspiel" title="Mittelspiel">Mittelspiel</a>‘ (мительшпиль), ‚<a href="Gro%C3%9Fmeister_(Schach)" title="Großmeister (Schach)">Großmeister</a>‘ (гроссмейстер). Moderne Ausdrücke sind ‚Strichcode‘ (штрихкод) und ‚Butterbrot‘ (бутерброд, eigentliche Bedeutung: belegtes Brot ohne Butter) oder gar ‚Brandmauer‘ für den Begriff, der im Deutschen mit „<a href="Firewall" title="Firewall">Firewall</a>“ wiedergegeben wird. Ein weiterer technischer Begriff ist Шнек (<i>schnek</i>) im Sinne einer Schneckenwelle oder Förderschnecke. Шрам (<i>schram</i>) bedeutet „Narbe“ und geht auf das Wort „<a href="Sch%C3%BCrfwunde" title="Schürfwunde">Schramme</a>“ zurück. Ein штольня (<i>schtolnja</i>) ist ein <a href="Stollen_(Bergbau)" title="Stollen (Bergbau)">Stollen</a> im Bergbau. Ein шпагат (<i>schpagat</i>) ist wie im Deutschen ein <a href="Spagat" title="Spagat">Spagat</a>, ein шпинат (<i>schpinat</i>) ein Spinat und ein шпион (<i>schpion</i>) ein Spion. Selbst der Eishockeybegriff für „<a href="Puck_(Eishockey)" class="mw-redirect" title="Puck (Eishockey)">Puck</a>“, шайба (<i>schajba</i>), stammt vom deutschen Wort „Scheibe“ im Sinn von „<a href="Unterlegscheibe" title="Unterlegscheibe">Unterlegscheibe</a>“. Aufschlussreich ist auch das Wort шланг (<i>schlang</i>) für „Gartenschlauch“, das sich vom deutschen Wort „Schlange“ ableitet. Analog dazu stammt das Wort штепсель (<i>schtepsel</i>) für einen <a href="Steckverbinder" title="Steckverbinder">Stecker</a> vom deutschen Wort „Stöpsel“ her. Der Beruf des Friseurs nennt sich auf Russisch парикмахер (<i>parikmacher</i>) nach dem Wort „Perückenmacher“. Das russische Wort für „<a href="Kurort" title="Kurort">Kurort</a>“ ist gänzlich aus dem Deutschen übernommen: курорт (<i>kurort</i>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schwedisch">Schwedisch</h3></div>
<p>Weil die deutsche <a href="Reformation" title="Reformation">Reformation</a>, vor allem über die <a href="Lutherbibel" title="Lutherbibel">Lutherbibel</a>, einen großen Einfluss auf die <a href="Schwedische_Sprache" title="Schwedische Sprache">schwedische Sprache</a> ausübte, sind deutsche Lehnwörter im neuzeitlichen Schwedisch häufiger als in den anderen skandinavischen Sprachen.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seit dem 19. Jahrhundert verwenden Schweden das deutsche Wort <i>aber</i> im Sinne von „Hindernis“ oder „Einwand“.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für den verdeckten Recherchestil in der Art von <a href="G%C3%BCnter_Wallraff" title="Günter Wallraff">Günter Wallraff</a> verwendet man das Verb <i>wallraffa</i>, das sogar in die Wortliste der Schwedischen Akademie aufgenommen wurde.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weitere Beispiele aus der Wortliste der Schwedischen Akademie sind <i>kaputt</i><sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <i>besserwisser</i>,<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> welche häufig in der ursprünglichen Bedeutung im Alltag verwendet werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Serbisch">Serbisch</h3></div>
<p>Eine Ausstellung in Wien über die Gastarbeiter in Österreich hat den serbischen Titel ‚gastarbajteri‘. Auch in Serbien wird ein besonders eifriger Schüler als ‚štreber‘ bezeichnet. ‚šlag‘, vom österreichischen „<a href="Schlagobers" class="mw-redirect" title="Schlagobers">Schlagobers</a>“, steht in seiner verkürzten Form für „süße Sahne“. Vom österreichischen Wort „<a href="Paradeiser" class="mw-redirect" title="Paradeiser">Paradeiser</a>“ beeinflusst, heißt die Tomate in Serbien <i>Парадајз</i> (paradajz).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Serbokroatisch">Serbokroatisch</h3></div>
<p>Die Zahl der Germanismen im Serbokroatischen ist im Vergleich zu den <a href="Turzismus" title="Turzismus">Turzismen</a> gering. Altslawische Wörter, die über das Indogermanische mit deutschen Wörtern verwandt sind (z. B. Wasser-voda, Giebel-glava, Arm-rame, Sohn-sin, Schwester-sestra, Strahl-strela, Schlehe-šljiva, Schwein-svinja, Wolf-vuk, Pfaffe-pop, Christ-krst usw.), sind keine Germanismen im engeren Sinn. Die meisten Germanismen wurden nach dem 18. Jahrhundert unter dem Einfluss der <a href="Habsburgermonarchie" title="Habsburgermonarchie">Habsburgermonarchie</a> übernommen und sind bairisch-österreichisch gefärbt. Viele wurden von slawischen Synonymen aus der <a href="Hochsprache" class="mw-disambig" title="Hochsprache">Hochsprache</a> verdrängt (feder-opruga, cangla-klešta, hohštapler-prevarant, dozna-limenka, šerpa-lonac usw.) und gehören zur <a href="Umgangssprache" title="Umgangssprache">Umgangssprache</a>, zum <a href="Jargon" title="Jargon">Jargon</a> und zur <a href="Gaunersprache" title="Gaunersprache">Gaunersprache</a>.
</p><p><i>auspuf</i> (Auspuff), <i>bankrot</i> (Bankrott), <i>birćuz</i> (Wirtshaus), <i>brushalter</i> (Brusthalter), <i>buhtla</i> (Buchtel), <i>cangla</i> (Zange), <i>ceh</i> (Zeche), <i>celer</i> (Zeller (Sellerie)), <i>cigla</i> (Ziegel), <i>cucla</i> (Schnuller, von bair. <i>zuzeln</i>), <i>cug</i> (Zug), <i>cvikeri</i> (Zwicker, Lesebrille), <i>dihtung</i> (<a href="Dichtung_(Technik)" title="Dichtung (Technik)">Dichtung (Technik)</a>), <i>dinstati</i> (dünsten), <i>dizna</i> (Düse), <i>dozna</i> (Dose), <i>escajg</i> (Essbesteck), <i>fajront</i> (Feierabend, Sperrstunde), <i>feder</i> (<a href="Feder_(Technik)" title="Feder (Technik)">Feder (Technik)</a>), <i>flaša</i> (Flasche), <i>frajer</i> (Freier, Kerl), <i>frtalj</i> (Viertel), <i>haustor</i> (Stiegenhaus), <i>hohštapler</i> (Hochstapler, Betrüger), <i>hozentregeri</i> (Hosenträger), <i>keleraba</i> (Kohlrabi), <i>kelj</i> (Kohl), <i>kelner</i> (Kellner), <i>knedla</i> (Knödel), <i>kibla</i> (Kübel), <i>kifla</i> (Kipfel), <i>krofna</i> (Krapfen), <i>kugla</i> (Kugel), <i>kupleraj</i> (Kupplerei, Bordell), <i>lajsna</i> (Leiste), <i>luftirati</i> (lüften), <i>magacin</i> (Lager), <i>majstor</i> (Meister, Handwerker), <i>melšpajz</i> (Mehlspeise), <i>ofinger</i> (Aufhänger, Haken), <i>paradajz</i> (Tomate), <i>plac</i> (Grundstück), <i>plajvaz</i> (Bleiweiss, Bleistift), <i>rajsferšlus</i> (Reißverschluss), <i>ribizla</i> (Ribisel), <i>ringišpil</i> (Ringelspiel), <i>ringla</i> (Kochfeld), <i>roletna</i> (Rollladen), <i>šalter</i> (Schalter), <i>šerpa</i> (Scherben (Topf)), <i>šinter</i> (<a href="Abdecker" title="Abdecker">Schinder</a>), <i>šlag</i> (Schlagobers), <i>šlajfpapir</i> (Schleifpapier), <i>šljaka</i> (Schlacke, Maloche), <i>šnicla</i> (Schnnitzel), <i>špajz</i> (Speisekammer), <i>špic</i> (Spitze), <i>štikla</i> (Stöckel der <a href="St%C3%B6ckelschuhe" class="mw-redirect" title="Stöckelschuhe">Stöckelschuhe</a>), <i>štrafta</i> (Streifen), <i>šraf</i> (Schraube), <i>šrafciger</i> (Schraubenzieher), <i>štajga</i> (<a href="Steige_(Beh%C3%A4lter)" title="Steige (Behälter)">Steige (Behälter)</a>), <i>štala</i> (Stall), <i>štancovati</i> (stanzen), <i>štangla</i> (Stange), <i>štek</i> (Versteck), <i>štof</i> (Stoff, Gewebe), <i>štos</i> (Stoß (Stapel), Trick), <i>švaba/-o</i> (Schwabe, Deutscher), <i>šverc</i> (Schwarzfahren, Schmuggel), <i>švorc</i> (pleite), <i>vic</i> (Witz), <i>veš</i> (Wäsche), <i>vešeraj</i> (Wäscherei), <i>viršla</i> (<a href="Frankfurter_W%C3%BCrstchen" title="Frankfurter Würstchen">Frankfurter Würstchen</a>).<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Slowakisch">Slowakisch</h3></div>
<p>Aus den deutschen Sprachinseln in der Slowakei wurden alltägliche, handwerkliche und amtliche Begriffe übernommen.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Slowenisch">Slowenisch</h3></div>
<p>Das Slowenische hat aus dem Deutschen hauptsächlich die österreichische Version deutscher Wörter übernommen. Dazu gehört das Wort ‚nagelj‘ für „<a href="Gew%C3%BCrznelke" class="mw-redirect" title="Gewürznelke">Gewürznelke</a>“ (von dem Wort „Gewürznagel“). Hingegen kommt ‚krompir‘ von dem pfälzischen Wort „Grumbeer“ („Grundbirne“) für „Kartoffel“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spanisch">Spanisch</h3></div>
<p>Im <a href="Spanische_Sprache" title="Spanische Sprache">Spanischen</a> einiger südamerikanischer Länder gibt es Germanismen, die unter anderem von deutschen Einwanderern eingeführt wurden. So sind in <a href="Chile" title="Chile">Chile</a> besonders kulinarische Begriff wie ‚kuchen‘, ‚strudel‘ und ‚bretzel‘ in die Allgemeinsprache gelangt,<sup id="cite_ref-Branza249_44-0" class="reference"><a href="#cite_note-Branza249-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in <a href="Uruguay" title="Uruguay">Uruguay</a> und vielen anderen hispanoamerikanischen Ländern auch ‚frankfurter‘ (<a href="Frankfurter_W%C3%BCrstchen" title="Frankfurter Würstchen">Würstchen</a>).<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Letzteres wird jedoch oft mit der Bedeutung <a href="Hotdog" title="Hotdog">Hotdog</a> verwendet. In <a href="Argentinien" title="Argentinien">Argentinien</a> wird dafür auch die Bezeichnung ‚pancho‘ benutzt,<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> eigentlich eine spanische <a href="Kosename" title="Kosename">Kurzform</a> für den Namen <a href="Francisco" title="Francisco">Francisco</a>, die wegen der Verwandtschaft dieses Namens mit <i>Frankfurt</i> auf das Wurstbrötchen übertragen worden ist.
</p><p>In Chile steht das deutsche Wort ‚suche‘ in der Aussprache „sutsche“ für Hausbedienstete (Gärtner, Laufboten, Hausmeister).<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Deutschchilenen bei der Suche nach Dienstboten deutschsprachige Schilder aufstellten oder Anzeigen veröffentlichten, deren Text stets mit dem auffälligen deutschen Wort „Suche“ anfing. Die ebenfalls aus dem Deutschen übernommene Bezeichnung ‚kuchen‘ (für <a href="Kuchen" title="Kuchen">Kuchen</a>)<sup id="cite_ref-Branza249_44-1" class="reference"><a href="#cite_note-Branza249-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sprechen die Chilenen dagegen genau wie im Deutschen aus, also nicht „kutschen“, wie man es bei einer spanischen Aussprache eigentlich erwarten würde. Das liegt offenbar daran, dass das Wort anders als ‚suche‘ aus dem mündlichen Sprachgebrauch übernommen wurde.
</p><p>In Mexiko wird der im Deutschen als „<a href="Kirchweih" title="Kirchweih">Kirmes</a>“ bekannte Ausdruck in der Schreibweise ‚kermés‘ für Nachbarschaftsfeste verwendet, bei denen Geld für gemeinnützige Zwecke gesammelt wird. Bei diesem Germanismus handelt es sich allerdings um eine Übernahme aus dem <a href="Niederl%C3%A4ndische_Sprache" title="Niederländische Sprache">Niederländischen</a> des 16. Jahrhunderts (ndl. <i>kermis</i>, historisch <i>kermiss</i>).<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Swahili">Swahili</h3></div>
<p>Die in Ostafrika vorherrschende Verkehrssprache Swahili hat viele Lehnwörter aus dem Arabischen und dem Englischen. Aus dem Deutschen stammt dagegen das Wort ‚shule‘ für die <a href="Schule" title="Schule">Schule</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tschechisch">Tschechisch</h3></div>
<p>Das Tschechische hat aus benachbarten deutschen Dialekten Wörter übernommen, wie zum Beispiel <i>hajzl</i> („Häusl“) für Toilette. Kaum wiederzuerkennen ist <i>hřbitov</i> vom deutschen Friedhof.
</p><p>Deutsche Wortimporte waren so häufig, dass schon <a href="Jan_Hus" title="Jan Hus">Jan Hus</a> 1412 heftig dagegen wetterte. Es waren Wörter wie <i>hantuch</i>, <i>šorc</i> (Schürze), <i>knedlík</i> (Knödel), <i>hausknecht</i> und <i>forman</i> (Fuhrmann). 1631 hatte der Schulreformer <a href="Jan_Amos_Komensk%C3%BD" class="mw-redirect" title="Jan Amos Komenský">Jan Amos Komenský</a> (Comenius) keine Bedenken, den biblischen Begriff „Paradies“ mit <i>lusthaus</i> zu übertragen.
</p><p>Im späten 19. Jahrhundert arbeiteten viele tschechische Handwerker im deutschsprachigen Gebiet der Donaumonarchie. Die tschechische Sprache sank zur Dienstbotensprache herab und übernahm zahlreiche Lehnwörter aus diesem Bereich <i>ermloch</i> (Ärmelloch), <i>flikovat</i> (flicken) und <i>piglovat</i> (bügeln).
</p><p>Die auch gegenwärtig aktiv gesprochene Brünner Mundart <a href="Hantec" title="Hantec">Hantec</a> bedient sich zahlreicher Germanismen.
</p><p>Andere (teils umgangssprachlich verwendete) Germanismen im Tschechischen
</p>
<ul><li><i>betla</i>: Bett</li>
<li><i>biflovat</i>: büffeln</li>
<li><i>calovat</i>: zahlen</li>
<li><i>cimra</i>: Zimmer</li>
<li><i>durch</i>: durch</li>
<li><i>flastr</i>: (Heft-)Pflaster</li>
<li><i>flek</i>: Fleck</li>
<li><i>fotr</i>: Vater</li>
<li><i>fuč</i>: futsch</li>
<li><i>fusakle/fusekle</i>: (Fuß-)Socken</li>
<li><i>futro</i>: <a href="Futter_(Textil)" title="Futter (Textil)">Futter</a> bei Textilartiteln</li>
<li><i>hadr</i>: Scheuerlappen, Putzlumpen (sächsisch „Hader“)</li>
<li><i>haksna</i>: Bein (von süddt. „Haxe“)</li>
<li><i>hercna</i>: Herz</li>
<li><i>hic</i>: Hitze</li>
<li><i>ksicht</i>: Fratze (von Gesicht)</li>
<li><i>lochna</i>: Loch</li>
<li><i>plac</i>: Platz</li>
<li><i>štamprle</i>: Schnapsglas („<a href="Pinnchen" class="mw-redirect" title="Pinnchen">Stamperl</a>“)</li>
<li><i>stangla</i>: Oberrohr (Stange) am Fahrrad</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tok_Pisin">Tok Pisin</h3></div>
<p>Selbst die Kreolsprache <a href="Tok_Pisin" title="Tok Pisin">Tok Pisin</a> in der ehemals deutschen Kolonie Papua-Neuguinea hat Wörter aus dem Deutschen entlehnt. Dazu gehören <i>balaistift</i> für „Bleistift“, das heute allerdings von dem englischen <i>pencil</i> verdrängt wird. <i>Raus</i> bedeutet „Geh!“ oder „Aus dem Weg!“. Davon abgeleitet ist <i>rausim</i> in der Bedeutung „leeren, entlassen, wegwerfen“.
</p><p>An die Missionierung durch deutsche katholische Laienbrüder erinnern die Wörter <i>bruda</i>, <i>beten</i> und <i>prista</i> (Priester). An das Auftreten deutscher Kolonialherren erinnern Schimpfwörter wie <i>rinfi</i> (Rindvieh) oder <i>saise</i> (Scheiße).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ungarisch">Ungarisch</h3></div>
<p>Schon als der Staatsgründer, der heilige <a href="Stephan_I._(Ungarn)" title="Stephan I. (Ungarn)">Stephan</a>, im Jahr 996 die Prinzessin <a href="Gisela_von_Bayern" title="Gisela von Bayern">Gisela von Bayern</a> heiratete, übernahmen die Ungarn deutsches Wortgut. Dazu gehört das Wort „<a href="Herzog" title="Herzog">Herzog</a>“. Zu der ungarischen Form <i>herceg</i> kam es durch <a href="Vokalharmonie" title="Vokalharmonie">Vokalharmonie</a>, der Angleichung der Vokale innerhalb eines Wortes. Aus diesem ungarischen Lehnwort entstand später der Landschaftsname <a href="Hercegovina" class="mw-redirect" title="Hercegovina">Hercegovina</a>.
</p><p>Deutsche Geistliche, Hofleute, Bauern und Handwerker gab es besonders im 13. und 18. Jahrhundert. Sie alle brachten ihren Fachwortschatz mit. Hierzu zählen die Berufsbezeichnungen <i>bakter</i> (Nachtwächter, Bahnwärter), <i>suszter</i> (Schuster) und <i>sinter</i> (<a href="Abdecker" title="Abdecker">Schinder</a>) wie auch die Begriffe <i>kuncsaft</i> (Kundschaft) und <i>majszter</i> (Meister). In einzelnen Berufen wurde ein großer Teil der Fachwörter übernommen, so gibt es im Bereich der Tischlerei <i>lazur</i> (<a href="Lasur" title="Lasur">Lasur</a>), <i>firnisz</i> (Firnis), <i>lakk</i> (Lack), <i>smirgli</i> (Schmirgelpapier) und <i>colstok</i> (<a href="Gliederma%C3%9Fstab" class="mw-redirect" title="Gliedermaßstab">Zollstock</a>).
</p><p>Spätere Entlehnungen fanden hauptsächlich während der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie statt. Dieser Zusammenschluss erklärt die Vielzahl von Wörtern, die vorwiegend in Österreich gebräuchlich sind. Hierzu zählen die Ausdrücke <i>krampusz</i> (<a href="Krampus" title="Krampus">Krampus</a>, der Begleiter des <a href="Nikolaus_von_Myra#Nikolaus_als_Geschenkebringer" title="Nikolaus von Myra">Nikolaus</a>), <i>partvis</i> (Handbesen, von „Bartwisch“), <i>nokedli</i> (Kloß, von „<a href="Nocken_(Gericht)" title="Nocken (Gericht)">Nocken</a>“), <i>smarni</i> (Mehlspeise, von „<a href="Schmarren" class="mw-redirect" title="Schmarren">Schmarren</a>“) und <i>ribizli</i> (Johannisbeere, von „<a href="Ribisel" class="mw-redirect" title="Ribisel">Ribisel</a>“); <i>eszcájg</i> leitet sich von „Esszeug“ ab. Gebrauchtwarenhändler werden <i>handlé</i> genannt. Kleingehacktes ist <i>fasírt</i> (österr. „<a href="Hackfleisch" title="Hackfleisch">faschiert</a>“), Knödel heißen <i>knődli</i>. Das Wort <i>fírhang</i> (Vorhang) wurde noch von älteren Menschen teilweise bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts benutzt. Ein <i>ringlispíl</i> (österr. Ringelspiel) bezeichnet ein Karussell.
</p><p>Das Wort <i>kuplung</i> (<a href="Kupplung_(Kraftfahrzeug)" title="Kupplung (Kraftfahrzeug)">Kupplung</a>) hat im KfZ-Bereich, vor allem in der Umgangssprache, das eigentliche Wort <i>tengelykapcsoló</i> (obwohl es seine technische Funktion recht genau beschreibt), nahezu vollständig abgelöst. Der <a href="R%C3%BCckw%C3%A4rtsgang" title="Rückwärtsgang">Rückwärtsgang</a> wird oft mit <i>lükverc</i> oder <i>rükverc</i> bezeichnet. Die der deutschen Schreibweise eher entsprechende Endung ‚tsz‘ ist eher selten.
</p><p>Witz ist in Form des Substantives <i>vicc</i>, des Adjektivs <i>vicces</i> (witzig) und des Verbs <i>viccel</i> (witzeln) ebenfalls in der ungarischen Sprache vorhanden. Ein anderes Beispiel ist <i>koffer</i>, der Koffer.
</p><p>Auch ein ganzer Satz wurde zu einem ungarischen Wort. <i>Vigéc</i>, abgeleitet von der deutschen Begrüßung „Wie geht’s?“, ist das ungarische Wort für einen Haustürverkäufer. Das Wort <i>spájz</i> steht für die Speisekammer. Ähnlich wie im Französischen wird der deutsche Fragesatz „Was-ist-das?“ als Wort verwendet. Allerdings bedeutet es im Ungarischen „Kunst“ oder „Kunststück“. Im Satz sieht es dann folgendermaßen aus „Ez olyan nagy was-ist-das? („Ist das so ein großes Kunststück?“ im Sinne von „Ist das denn wirklich so schwer?“)“
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abwandlungen_deutscher_Wörter"><span id="Abwandlungen_deutscher_W.C3.B6rter"></span>Abwandlungen deutscher Wörter</h2></div>
<p>Germanismen in Fremdsprachen können gegenüber dem Deutschen einen <a href="Bedeutungswandel" title="Bedeutungswandel">Bedeutungswandel</a> erfahren haben und erscheinen den Lernenden dann als <a href="Falscher_Freund" title="Falscher Freund">falsche Freunde</a>.
</p>
<ul><li>So ist im Russischen ein галстук <i>galstuk</i> kein Halstuch, sondern eine Krawatte, und ein парикмахер <i>parikmacher</i> (Perückenmacher) ein Friseur.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>I. Dhauteville: <i>Le français alsacien. Fautes de prononciation et germanismes.</i> Derivaux, Strasbourg 1852 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k50531n">Digitalisat</a>).</li>
<li><a href="Jutta_Limbach" title="Jutta Limbach">Jutta Limbach</a> (Hrsg.): <i>Ausgewanderte Wörter.</i> Hueber, Ismaning 2007, ISBN 978-3-19-107891-1 (Beiträge zur internationalen Ausschreibung „Ausgewanderte Wörter“).</li>
<li>Andrea Stiberc: <i>Sauerkraut, Weltschmerz, Kindergarten und Co. Deutsche Wörter in der Welt.</i> Herder, Freiburg 1999, ISBN 978-3-451-04701-5.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Germanismus" class="extiw external" title="wikt:Germanismus">Wiktionary: Germanismus</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Jutta_Limbach" title="Jutta Limbach">Jutta Limbach</a> (Hrsg.): <i>Ausgewanderte Wörter.</i> Hueber, Ismaning 2007, ISBN 978-3-19-107891-1, S.&nbsp;123.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Нов универсален речник Българксо-Немски</i>, Seite 64, Stichwort: бормашина, Verlag PONS, 4. Auflage. Stuttgart 2008, ISBN 978-954-8278-72-0 (bulgarisch-deutsches Wörterbuch)</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Нов универсален речник Българксо-Немски</i>, Seite 32, Stichwort: ауспух, Verlag PONS, 4. Auflage. Stuttgart 2008, ISBN 978-954-8278-72-0 (bulgarisch-deutsches Wörterbuch)</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">bulgarische Wikipedia, das Wort wird in den bulgarischen Wikipedia-Artikeln <a href="https://bg.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D1%83%D0%B4%D0%B8_80" class="extiw external" title="bg:Ауди 80">bg:Ауди 80</a>, <a href="https://bg.wikipedia.org/wiki/%D0%A4%D0%B8%D0%B0%D1%82_%D0%A2%D0%B8%D0%BF%D0%BE_(1988-1995)" class="extiw external" title="bg:Фиат Типо (1988-1995)">bg:Фиат Типо (1988-1995)</a>, <a href="https://bg.wikipedia.org/wiki/%D0%9B%D0%B0%D0%BD%D1%87%D0%B0_%D0%98%D0%BF%D1%81%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%BD" class="extiw external" title="bg:Ланча Ипсилон">bg:Ланча Ипсилон</a> und <a href="https://bg.wikipedia.org/wiki/%D0%A5%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D0%B0_%D0%9F%D1%80%D0%B5%D0%BB%D1%8E%D0%B4" class="extiw external" title="bg:Хонда Прелюд">bg:Хонда Прелюд</a> verwendet.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Нов универсален речник Българксо-Немски</i>, Seite 21, Stichwort: анцуг, Verlag PONS, 4. Auflage. Stuttgart 2008, ISBN 978-954-8278-72-0 (bulgarisch-deutsches Wörterbuch)</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="https://ordnet.dk/ddo/ordbog?aselect=habengut&amp;query=habengut">https://ordnet.dk/ddo/ordbog?aselect=habengut&amp;query=habengut</a></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=bundesligah%C3%A5r">https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=bundesligah%C3%A5r</a></span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.tablesoccer.org/"><i>Welcome.</i></a> International Table Soccer Federation,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 6.&nbsp;Juli 2020</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AGermanismus&amp;rft.title=Welcome&amp;rft.description=Welcome&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.tablesoccer.org%2F&amp;rft.publisher=International+Table+Soccer+Federation&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></span>
</li>
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